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DIE VORBEREITUNG
FÜR DAS ERSTKLASSIGE BREAKING2-FORSCHUNGSTEAM VON NIKE
drehte sich alles um eine einzige Frage: Wie können wir die besten Langstreckenläufer der Welt noch schneller machen? Nicht nur ein bisschen, sondern schneller als jeden anderen Langstreckenläufer in der Geschichte. Bei dem Versuch, die Weltbestzeit um Minuten – nicht nur um Sekunden – zu unterbieten, ist das gesamte Know-how gefragt, das die Wissenschaft zu bieten hat. Die Hauttemperatur muss überwacht werden und über Bildgebungsverfahren für die Muskeln gilt es, die Hydrierung und Zuckeraufnahme zu erfassen. Neue Arten von Bekleidung tragen zu einer Minimierung des Luftwiderstands bei. Natürlich dürfen auch die Nike Zoom Vaporfly Elite Schuhe nicht fehlen. Wir müssen am Anfang beginnen, wenn deutlich werden soll, wie wir den heutigen Stand erreicht haben, kurz vor der Schwelle, an der die historische Zweistunden-Grenze beim Marathon durchbrochen wird.

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AUSWAHL DER ATHLETEN Um herauszubekommen, welche Läufer einen Marathon am wahrscheinlichsten unter zwei Stunden absolvieren, testete unser wissenschaftliches Team viele der Nike Athleten aus dem Kreis der Elite der Langstreckenläufer und untersuchte dabei drei Hauptfaktoren, die eine Prognose der Leistung ermöglichen können: Trainingskapazität: die maximale Trainingskapazität eines Athleten, ausgedrückt als maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max). Laufökonomie: die Energiemenge, die ein Läufer benötigt, um einen Kilometer mit einer gegebenen Geschwindigkeit zurückzulegen. Dauergeschwindigkeit: die Geschwindigkeit, die ein Läufer während eines langen Zeitraums aufrecht erhalten kann, ohne langsamer werden zu müssen. Unter den anfänglich untersuchten Athleten kristallisierten sich drei als die vielversprechendsten heraus: Eliud Kipchoge aus Kenia, Lelisa Desisa aus Äthiopien und Zersenay Tadese aus Eritrea. Das Testverfahren ergab wichtige physiologische Daten, anhand derer das wissenschaftliche Team die Potenziale der einzelnen Athleten prognostizieren konnte. Das Team verglich die persönlichen Datensätze der einzelnen Athleten mit den angestellten Prognosen, um so Schwerpunktbereiche zu identifizieren. Anschließend überlegte sich das Team Strategien, mit denen die ermittelten Lücken für den Tag des Laufs geschlossen werden konnten. So hatte Eliud Kipchoge beispielsweise seine Hydrierungstechnik im Verlauf seiner Teilnahme an den Wettkämpfen weiterentwickelt, während Zersenay Tadese, der Weltrekordhalter im Halbmarathon, mit einer minimalen Hydrierung an den Start ging. Angesichts der unglaublichen Laufökonomie von Tadese sowie der Tatsache, dass Tadese die langsamste persönliche Bestzeit der drei Athleten aufwies, war seine Hydrierung ein Faktor, an dessen Verbesserung das Team arbeitete. Ein weiteres Beispiel war die Ernährungsstrategie. "Marathonläufer können bei bei 30–35 Kilometern einen Hungerast bekommen", meinte Brett Kirby, leitender Physiologe des Nike Sports Research Lab. "Dies ist in der Regel mit der Entleerung des Zuckerdepots in den Muskeln verbunden. Wie sorgen wir also dafür, dass die Depots gefüllt bleiben? Wir kümmerten uns darum und erarbeiteten eine individuell auf die einzelnen Athleten abgestimmte Lösung.

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DER WEG ZUR OPTIMIERUNG DES WETTKAMPFTAGS – VON DER AUSWAHL BIS HEUTE
Bevor das Team mit den Athleten arbeiten konnte, um deren Training und Kondition zu optimieren, musste das Team die aktuellen Trainingspläne der Läufer nachvollziehen. Dafür traf sich unser wissenschaftliches Team mit den Athleten und ihren Trainern am internationalen Hauptsitz von Nike in Beaverton, Oregon. Bei diesem ersten Team-Trainingslager stattete das wissenschaftliche Team die einzelnen Athleten mit GPS-Uhren und Herzfrequenz-Messgeräten aus, sodass mit der Nachverfolgung des Trainingspensums der einzelnen Athleten begonnen werden konnte. Ferner wurden die Athleten an die interne Analysesoftware von Nike zur Leistungsprognose angeschlossen. Dies trug dazu bei, individuelle Erkenntnisse über die Athleten zu gewinnen und die künftige Laufleistung zu prognostizieren.
Als nächstes schloss sich das wissenschaftliche Team mit der Produktgruppe zusammen, und gemeinsam besuchten sie die Trainingsstandorte der Athleten in deren Heimat in Kenia, Äthiopien und Spanien. Die Teams befassten sich mit der Überprüfung und Einbeziehung der Erkenntnisse in Bezug auf das Breaking2-Projekt von Nike, sie sammelten neue Daten und konnten die täglichen Trainingspläne und Lebensstile der Athleten direkt beobachten, sodass sich kontinuierlich Bereiche identifizieren ließen, in denen die Sportler unterstützt werden konnten.

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Beim ersten Team-Trainingslager stellte das wissenschaftliche Team Hydrierungs- und Ernährungsstrategien vor, die dann regelmäßig Monat für Monat weiter angepasst wurden. Die Hauttemperaturen und die Schweißabgabe wurden überwacht. An den Details der Passform der revolutionären Nike Zoom Vaporfly Elite Schuhe sowie der Bekleidung für den Wettkampftag wurde akribisch gearbeitet. Je näher der Tag des Versuchs heranrückte, desto wichtiger wurde auch die Temperatur für unser Team.
Der für den Erfolg von Breaking2 wichtigste Messwert hinsichtlich der Temperatur war die Differenz zwischen der Kerntemperatur des Körpers und der Hauttemperatur. Diese Differenz wird als Temperaturgradient bezeichnet.
"Wir untersuchen, wie die Kerntemperatur des Körpers im Verhältnis zur Hauttemperatur aussieht, und wir möchten, dass diese beiden Werte so weit wie möglich auseinanderliegen", so Brad Wilkins, Direktor des NXT Generation Research-Teams im Nike Sports Research Lab. "Das heißt, dass der Temperaturgradient vom Kern des Körpers bis zur Haut wirklich hoch ist." Damit die einzelnen Läufer einen hohen Temperaturgradienten aufrecht erhalten konnten, konzentrierte sich das Team darauf, die Umgebungsbedingungen am Tag des Laufs zu optimieren. Während unseres Testlaufs über die Halbmarathon-Distanz wurden interne und externe Überwachungssysteme zum Messen der Kern- bzw. der Hauttemperatur eingesetzt. Dadurch wurden konstante Daten verfügbar gemacht, die zeigen sollten, wie sich wärmebezogene Faktoren auf die Leistungen der jeweiligen Athleten auswirken. Im Rahmen des Versuchs einer Optimierung der Temperatur-, Bewölkungs- und Windverhältnisse sollte der Lauf während eines dreitägigen "Start"-Fensters stattfinden. Während dieses dreitägigen Fensters wählte das Team abhängig vom maximalen Gradient der Kern- im Verhältnis zur Hauttemperatur den optimalen Morgen für den Lauf aus, damit die Leistungsergebnisse der Athleten durch wärmebezogene Faktoren so wenig wie möglich beeinträchtigt wurden.
Die Hydrierung war ein weiterer wichtiger Faktor, der durch die Umweltbedingungen beeinflusst wird. Während des Trainings wurden die Läufer vor und nach ihren Läufen gewogen, sodass das Team nachvollziehen konnte, wie viel Wasser die einzelnen Läufer durch das Schwitzen verloren hatten. Anschließend beobachtete unser Team, wie die Körper der Läufer auf die jeweiligen Flüssigkeitsstrategien reagierten, eine sorgfältig zusammengestellte Flüssigkeitsmischung aus Zucker und Wasser. Weitere Tests, etwa Bildgebungsverfahren für die Muskeln, zeigten, wie hoch der Zuckergehalt in den Muskeln der Athleten war. Dies war ganz wesentlich, da der Zuckergehalt den Läufern dabei hilft, die vollständige Erschöpfung zu vermeiden, die eng mit dem Marathonlauf verbunden ist. Wenn wiederum zu viel Zucker aufgenommen wird, kann dies zu Magenschmerzen führen, sodass der Läufer aus dem Tritt kommt.

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Der nächste Schritt zur Optimierung für den Wettkampftag brachte uns in die bewaldete Umgebung des 21 Kilometer nördlich von Mailand gelegenen Autodromo Nazionale Monza, wo die erste Simulation über die Halbmarathon-Distanz durchgeführt werden sollte. Die Streckenführung von Monza mit ihren sanften Kurven sowie die klimatischen Verhältnisse im Norden Italiens machten die Rennstrecke zu einem optimalen Standort für den Marathonversuch. Bei der Testveranstaltung über die Halbmarathon-Distanz sollte nicht die Fitness der Athleten überprüft werden. Vielmehr sollte der Test zeigen, wie das Breaking2-Team den Breaking2-Versuch logistisch managen würde.
Das Team bat die Athleten, in einem 60-minütigen Halbmarathon-Tempo zu laufen. Bei dem Probelauf wurden kleinere Änderungen getestet. So nahm Eliud Kipchoge statt eines Rote-Beete-Safts einen Rote-Beete-Riegel mit Kohlenhydraten als Mahlzeit vor dem Lauf zu sich. Ferner wurden der Temperaturgradient sowie, natürlich, die Schuhe und die Bekleidung getestet.

All diese Daten wurden bereits früher einmal gesammelt, aber noch nie von Athleten dieses Kalibers und mit der Absicht, eine derartige Grenzmarke zu durchbrechen. Auch ohne die 2-Stunden-Grenze zu überwinden können diese Daten allen Athleten helfen, die nach neuen Herausforderungen suchen.

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Eine dynamische Formation der Pacer sollte den Luftwiderstand für unsere Athleten reduzieren und sicherstellen, dass jeder Athlet die für ihn perfekte Hydrierung erhielt. Außerdem haben wir natürlich einen Schuh entwickelt – den Nike Zoom Vaporfly 4% –, der so konzipiert ist, dass jeder Vorteil in einen Leistungszugewinn umgewandelt wird.

Breaking2 war kein normales Rennen und kein Experiment. Es handelt sich um ein Modell dafür, wie weit wir unsere Geschwindigkeit steigern können, wenn sich innovative Wissenschaft mit unbeirrter Leidenschaft und festem Engagement für das Ziel verbindet. Nach jahrelanger Forschung und Entwicklung machte Breaking2 erstmalig ein System bahnbrechender Innovationen verfügbar, die jeden Läufer in die Lage versetzen können, sein Potenzial zu steigern.